Unsere Projekte

Bei allen unseren Projekten stehen die syrischen Menschen im Vordergrund. Insbesondere die syrischen Flüchtlingskinder zahlen einen besonders hohen Preis für den Wunsch ein Leben in Freiheit und Würde zu leben. Kinder sind die Zukunft eines Landes.

Lebensmittelhilfe

In den letzten Jahren konnten wir mit unseren Lebensmittelpaketen insgesamt über 150 t Grundnahrungsmittel an die notleidende syrische Zivilbevölkerung verteilen. Schwerpunkt der Lebensmittelhilfe waren dabei neben Aleppo auch die ländlichen Gebiete im Raum Hama und Idlib. Im Folgenden einige Ausschnitte unserer Lebensmittelhilfen:

Unter dem Projektnamen „Aleppo-Hilfe" werden Familien in der Region Aleppo, die in größter Not sind und die von der Hilfe der internationalen Hilfsorganisationen abgeschottet sind, mit Nahrungsmittelpaketen versorgt. Die Bewohner Aleppos litten unter täglichen Bombardierungen der Wohngebiete mit TNT-Fassbombenangriffen, sodass die Versorgung vollständig zusammengebrochen ist. Viele Zivilisten mussten fliehen, die verbliebenen Menschen sind dringend auf Hilfe angewiesen.

Lebensmittelhilfe - Barada Syrienhilfe
Verteilung von Nahrungsmittelpaketen in Aleppo

Helfer der Barada Syrienhilfe e.V. begleiteten dabei die Lebensmittel bis nach Aleppo. Die Lebensmittelpakete werden in der Türkei gepackt und anschließend über die Grenze nach Syrien transportiert. Hierdurch vermeiden wir teure Transportkosten und Transportwege. So ist es uns möglich, schnell und effektiv große Mengen an Lebensmitteln ins Land zu bringen. Ein Lebensmittelpaket besteht aus etwa 20 kg Grundnahrungsmitteln, darunter Reis, Bulgur, Mehl, Pasta, Zucker, Speiseöl und Tomatenmark. Allein im Jahr 2016 konnten über 3.000 Lebensmittelpakete mit einem Gesamtvolumen von knapp 80.000 Euro verteilt werden. Tausenden Familien konnte dadurch geholfen werden.

Neben der Aleppo Hilfe konnte auch in weiteren Städte Syriens, in denen die Not am Größten ist, Hilfe geleistet werden.  So konnten wir neben Städten im Raum Idlib, Daraa und Hama auch in der syrischen Stadt Kobane 650 Lebensmittelpakete an bedürftige Familien verteilen. Die mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt war wochenlang von radikalen Kampftruppen der IS eingeschlossen. In Folge der Belagerung sind die Lebensmittelpreise für viele Einwohner der Stadt nicht mehr zu bezahlen gewesen. Auch in den wilden Flüchtlingslagern in Idlib wie dem Atmeh Flüchtlingslager konnten wir hunderte Lebensmittelpakete verteilen.Getreu unserem Leitmotiv „Christen und Muslime – Hand in Hand für Syrien" wollen wir diesen Menschen in Aleppo und den anderen Städten zeigen, dass sie nicht vergessen wurden. Dank der zahlreichen privaten Spenden und der Kooperation mit dem Grünhelme e.V. ist uns das sehr gut gelungen.

Auch 2017 wird die Lebensmittelnothilfe für die syrische Zivilbevölkerung fortgesetzt.

Hilfslieferungen

In Syrien und den Flüchtlingslagern fehlt es nicht nur an Nahrungsmitteln, sondern auch an vielen anderen Dingen des täglichen Lebens (Kleidung, Windeln, Hygieneartikel). Seit 2013 haben wir diverse Hilfskonvois aus Deutschland in die türkisch-syrische Grenzregion und von dort weiter in Landesinnere gebracht. Wir haben uns bei den Hilfslieferungen auf einige wichtige Themen konzentriert:

Kindernahrung

Babynahrung ist eines der am dringensten benötigten Hilfsgüter in vielen Gebieten Syriens. In vielen Städten ist Babymilch kaum noch verfügbar bzw. kaum noch erschwinglich. Dabei wird gerade Babymilch so dringend gebraucht, denn Mütter können durch das starke Trauma oder Mangelernährung ihre Kinder oftmals nicht natürlich stillen. Deswegen bilden unsere Hilfslieferungen mit Babynahrung den Schwerpunkt unserer Transporte. Allein 2015 konnten wir in insgesamt über 9 Containern über 50t Babynahrung nach Syrien bringen und damit zehntausenden Babies und Kleinkindern helfen. Auch für das kommende Jahr sind weitere Hilfslieferungen mit Schwerpunkt Babymilch geplant. 

Wolldecken

Viele der Flüchtlinge haben bei ihrer Flucht unter Bombardement nicht mehr mitnehmen können als das, was sie an dem Tag am Leib getragen haben. Insbesondere die Wintermonate stellen eine Herausforderung dar. 

Medizinische Geräte und Verbandsmaterial
Sie wurden an verschiedene Krankenhäuser und kleinere Feldlazarette in den obengenannten Städten verteilt.

Infrastrukturelle Geräte

Hierzu zählen Projekte zum Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur. Dank einer großen Sachspende der Firma WILO konnte eine Wasserpumpe in der Stadt Hazano in Idlib installiert und damit die Trinkwasserversorgung gewährleistet werden. Auch mehrere Generatoren zur Stromversorgung konnten nach Syrien gesendet werden.

Hilfslieferungen - Barada Syrienhilfe
Verteilung von Nahrungsmittelpaketen in Atmeh, 2014

Für unsere ehrenamtlich tätigen Mitglieder bedeutet jede Hilfslieferung einen enormen zeitlichen und logistischen Aufwand – angefangen von der Organisation und Koordination der Spenden über das Packen der Waren im Lager bis hin zur Verteilung der Hilfsgüter vor Ort in Syrien.
Die Verteilung der Hilfsgüter erfolgte im ganzen Land, von Damaskus bis Kalamoun, von Hama und Homs bis nach Idlib und Ras-Al-Ain (Kobani). Wir versorgen beispielsweise auch das Flüchtlingslager Atmeh, direkt hinter der türkischen Grenze mit dem Nötigsten. Dazu zählt neben Babynahrung vor allem die Winternothilfe. So konnten wir zum Beispiel im Januar 2015 bei einem plötzlichen Wintereinbruch kurzfristig tausende Wolldecken in das von Schnee und Kälte geschüttelte Lager bei Atmeh liefern.

Weiterhin wurden sieben Krankenwagen in verschiedene Gebiete von Syrien geschickt und sind dort zur Versorgung der Verletzten und Kranken im Einsatz. Die Krankenwagen wurden durch ehrenamtliche Fahrer bis an die syrische Grenze gebracht.

Entscheidend und wichtig für unsere Hilfslieferungen ist, dass die Hilfsgüter an die Orte gebracht werden, in denen die Menschen am Meisten Not leiden. Neben der Versorgung zeigen wir mit den Hilfslieferungen, dass wir sie nicht vergessen haben.
Unterstützen Sie unsere Projekte und treten Sie gemeinsam mit uns für die syrischen Familien ein, die im Land gestrandet sind.

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Bildungsprojekte

Die Kinder Syriens sind es, die einen besonders hohen Preis für den einst friedlichen Aufstand zahlen. Viele von ihnen sind nach der Flucht aus ihren Städten monatelang bzw. jahrelang nicht zur Schule gegangen. Viele, gerade in den unteren Klassen, haben wieder verlernt zu Lesen und zu Schreiben. Wir haben im Jahr 2014 9-jährige Jungen im Flüchtlingslager Atmeh getroffen, die weder lesen noch schreiben konnten. Sie hatten vor 2 Jahren das letzte Mal eine Schule besucht.

Bildung ist die Grundlage für eine eigenständige Lebensweise der Kinder und Jugendlichen in der Zukunft und ein wichtiges Element des Wiederaufbaus der syrischen Zivilgesellschaft. Und Bildung schützt auch vor Missbrauch der Kinder durch politisch motivierte, extreme Strömungen. Vor diesem Hintergrund liegen uns die Bildungsprojekte sehr am Herzen.

Begonnen hat dieses Hilfsprojekt mit dem Bau der „Amal Schule" im Flüchtlingslager Atmeh. Athme ist eines der „wilden" Flüchtlingskamps wenige Kilometer von der türkischen Grenze in der syrischen Provinz Haram im Nordwesten Syriens gelegen. Das Flüchtlingslager gibt es bereits seit Oktober 2011. Seitdem ist es stark gewachsen. Mittlerweile leben dort mehr als 30.000 syrische Flüchtlinge, davon fast die Hälfte Kinder. Es leben dort syrische Familien, die auf dem Weg in die Türkei, aufgrund von überfüllten Flüchtlingslagern, kurz vor der Grenze gestrandet sind. Schon im Herbst 2012 haben die türkischen Behörden die Grenzen für Flüchtlinge ohne Pass, den viele Syrer nicht haben und nie hatten, geschlossen.

Die internationalen Hilfsorganisationen haben keinen Zugang zu diesen Flüchtlingen, denn Athme liegt auf syrischen Boden. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln insbesondere Kindernahrung ist knapp. Viele Kinder sind unterernährt und geschwächt, dementsprechend anfälliger für Krankheiten. Fast alle Flüchtlingsfamilien haben ihre Existenz und ihre Unterkünfte verloren. Die Menschen, insbesondere die Kinder, sind teilweise schwerst traumatisiert. Sie haben Bombardements, Zerstörung ihrer gewohnten Umgebung und oft den Tod von Geschwistern, Elternteilen und Familienangehörigen erlebt. Bei ihrer Flucht konnten sie meist nicht mehr mitnehmen als die Kleider, die sie an dem Tag trugen.

Die psychologische Versorgung ist unzureichend, sofern es sie überhaupt gibt. Zur Verarbeitung der Erlebnisse fehlen Psychologen. Außerdem gibt es kaum Beschäftigung und Spielzeug. Infrastrukturelle Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten, die Kindern Struktur im Alltag, geben sind unzureichend und werden dem psychologischen Bedarf bei Weitem nicht gerecht. Der Alltag dieser Flüchtlingskinder ist trostlos, bedrückend und häufig hoffnungslos.

„Amal" bedeutet im Arabischen „Hoffnung". Mit dem Schulprojekt wollen wir den Kindern Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben. Bildung ist für uns der Schlüssel und die Grundlage für eine funktionierende Zivilgesellschaft und den Wiederaufbau. Neben Bildung bedeutet die Schule für die Flüchtlingskinder auch ein Stück Normalität zurück zugewinnen. Ein strukturierter und geregelter Tagesablauf sind ein wichtiger Schritt, um die Erlebnisse der Kriegswirren zu verarbeiten. Berührt und beeindruckt von unseren Aufenthalten im Rahmen unserer Hilfseinsätze vor Ort in dem Flüchtlingslager in den letzten Jahren, schockiert von der unglaublichen humanitären Tragödie, war es uns ein besonderes Anliegen, uns vor allem für die Kinder des Flüchtlingslagers einzusetzen und ihnen wieder eine Perspektive geben zu können.

Die Atmeh Schule umfasst aktuell 8 Klassen von der 1. bis zur 7. Jahrgangsstufe . Zur optimalen Auslastung der Schulräume haben wir den Unterricht in ein zwei Schichtsystem eingeteilt – vormittags werden die Kleinen unterrichtet und nachmittags in den gleichen Räumen die etwas älteren Kinder. Insgesamt werden ca 300 Schüler an der Amal-Schule in Atmeh, Syrien unterrichtet. Unseren Personalstamm haben wir von 6 auf ca. 15 Angestellte/Lehrer/innen erweitert. Dies wurde alles aus privaten Spendengeldern aus Deutschland möglich gemacht – danke an alle Spender für die großartige Unterstützung.

 2014 entstand in Kooperation mit unserer Partnerorganisation Grünhelme e.V. eine zweite Amal-Flüchtlingsschule in dem türkischen Ort Demiköpru an der türkisch-syrischen Grenze. Dank eines sehr engagierten türkischen Bürgermeisters haben wir ein Grundstück bekommen auf dem wir die neue Schule bauen konnten. Der Bau wurde von den Grünhelmen geleitet. Unterstützt wurden die Grünhelme von Syrern der Gemeinde, die ihre Kinder nach Fertigstellung auf die Schule schicken. In dem Ort Demiköpru sind etwa 50 syrische Flüchtlingsfamilien untergekommen, etwa 150 syrische Flüchtlingskinder besuchen teilweise seit über 2 Jahren keine Schule mehr.

Im Januar 2015 hat die Schule ihren Betrieb aufgenommen und bietet seitdem Unterricht in den Klassen 1 – 4 an. Neben den Grundfächern unterrichten die 5 Lehrerinnen auch Englisch und Türkisch. Mittels eines Schulbuses können weitere 50 syrische Flüchtlingskinder von umliegenden Dörfern zu unserer Amal-Schule gebracht werden, denn dort gibt es keine Möglichkeit die Kinder zur Schule zubringen. Die Koordination der Schule, die Auswahl der Lehrer/innen und der laufende Betrieb liegen in der Verantwortung von Barada Syrienhilfe e.V.. Auch wenn es nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein ist angesichts hunderttausender syrischer Kinder, die keine Schule besuchen können, freut es uns sehr, unseren Schülern mit dem Unterricht eine Perspektive bieten zu können und hoffen im nächsten Jahr die Schule weiter ausbauen zu können.


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Medizinische Unterstützung

Im Rahmen dieser Projekte sammeln wir in Deutschland medizinische Geräte, die wir dann zusammen mit dringend benötigten Arzneimitteln und Verbandsmaterialien nach Syrien geliefert werden. Dazu zählen zum Beispiel mobile Röntgen- und Ultraschallgeräte, Op Mikroskope (Uni Klinik Leipzig) Behandlungsstühle oder Beatmungsgeräte für die Intensivmedizin. Diese Geräte wurden in Deutschland aufgrund der Laufzeiten ausgemustert, sind dennoch voll funktionsfähig und können in Syrien einen wichtigen Beitrag für die Verletzten in den Notkrankenhäusern und Feldlazaretten leisten.

Jeden Tag von dem Leid der syrischen Bevölkerung zu hören und nichts tun zu können – das hielt der Anästhesist und Notfallmediziner Dr. Christoph Frick, Oberarzt am Stiftungskrankenhaus Nördlingen, schlichtweg nicht mehr aus. „Aus dem Internet habe ich von der Hilfsorganisation „Barada Syrienhilfe e.V." erfahren und deren Konzept hat mich überzeugt. Diese Organisation leistet direkte und unbürokratische Hilfe und wurde von meinem syrischen Kollegen, Dr. Marwan Khoury, der das Medizinische Versorgungszentrum Hochfranken in Münchberg leitet, gegründet", sagt Dr. Frick Oberarzt im Stiftungskrankenhaus Nördlingen.

Mehrfach ist Marwan Khoury nach Syrien gefahren und berichtete immer wieder von der menschlichen Katastrophe „unvorstellbaren Ausmaßes", die sich dort abspielt. „Diese Berichte haben mich auf die Idee gebracht, mich nicht nur privat für diese Hilfsorganisation zu engagieren, sondern mein Engagement auf das „Stift" auszuweiten".


Darüber hinaus wird unser Hilfsprojekt von der Fortbildungsreihe „Anästhesie Update" unterstützt. Neben Geldspenden für unsere Schul- und medizinischen Projekte konnte durch die Unterstützung verschiedener Krankenhäuser und engagierter Anästhesisten mehrere Beatmungsgeräte und weiterer Medizinbedarf zur Versorgung von syrischen Feldlazarette und Kliniken gesammelt werden.

Neben den medizinischen Geräten bringen wir auch Verbandsmaterialien und schmerzstillende Medikamente nach Syrien. „Diese werden insbesondere in den Feldlazaretten und Behelfskliniken dringend benötigt, um die verletzen Menschen zu versorgen", so Firas Khoury. „Die Ärzte müssen unter unvorstellbaren katastrophalen Bedingungen Operationen durchführen und anschließend fehlt ihnen auch noch das nötige Verbandszeug zur Versorgung und Schmerztherapie der Menschen. Wir unterstützen sie mit dem Nötigsten." So wurde unter anderem ein Feldlazarett im Raum Hama u.a. mit dringend benötigten Antibotika und Schmerzmittel unterstützt. In diesem Feldlazarett werden sowohl Verletzte kostenlos behandelt, als auch die medizinische Grundversorgung der Zivilbevölkerung im Umkreis gewährleistet.

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Psychologische Projekte

Vorwort – wir sind uns bewusst, dass all unsere Projekte im psychologischen Bereich nur ein Anfang sein können und bei weitem nicht ausreichen, gemessen an dem Ausmaß der Traumatisierung der syrischen Flüchtlinge. Dennoch liegt uns die Arbeit in diesem Bereich ganz besonders am Herzen. Leider gibt es kaum umfassende professionelle Programme von großen Organisationen, um die vielfältigen Traumata der Kinder und Erwachsenen vor Ort zu begleiten. Sicherlich ist die Sprachbarriere ein Hindernis und wir sind besonders stolz darauf, dass unser Mitglied Dunja Khoury als arabischsprechende Psychologin sich diesem Bereich angenommen hat und ihn federführend mit viel Engagement und Herzblut betreut und weiterentwickelt.

Ein Ohr für Flüchtlinge – psychologische Betreuung

In das Flüchtlingslager Atmeh, Nordsyrien ist unser Mitglied und Psychologin Dunja Khoury mehrfach gereist, um besonders die psychologische Betreuung von Kindern sowie die Betreuung von Verletzten im Krankenhaus Reyhanli, Türkei zu übernehmen.
Zu dem Betreuungsprogramm gehören:

Spiele:
Für die Flüchtlingskinder ist jede Form der Ablenkung eine willkommene Abwechslung in dem tristen Lageralltag. Angeleitete Gruppenspiele oder Beschäftigungsaktivitäten ermöglichen es ihnen für einen kurzen Moment ihre Situation zu vergessen und einfach nur Kind zu sein. Da keine großen NGO´s auf syrischer Seite das Flüchtlingslager Atmeh verwalten, fehlt es an professionellen Beschäftigungstherapien, die den Kindern ermöglichen einen Teil ihrer Traumata, der Flucht oder des Verlustes von Familienangehörigen zu verarbeiten.

Maltherapieansätze:
Sowohl im Flüchtlingslager als auch in einem privaten Krankenhaus in Reyhanli laden wir die Kinder und auch Erwachsenen ein zu malen. Es ist manchmal der erste Schritt, um sich mit dem Erlebten auseinander zu setzen. Unser Mitglied Jessica Appelt erinnert sich: „Als wir im Mai 2013 im Krankenaus in Reyhanli ankamen und Dunja Khoury ankündigte, dass wir um 3 Uhr in dem Essenssaal ein Malangebot machen wollten, dachte ich mir nichts weiter dabei und erwartete die verletzten Kinder und deren Geschwister für diese Maleinheit.
Doch als wir um kurz vor drei den Saal betraten, war der lange Esstisch mit den Stiften, Tuschkästen und dem Papier - voll besetzt mit erwachsenen Patienten und dem Pflegepersonal. Sie alle warteten auf uns, dass wir zu malen beginnen ... ich werde nie vergessen, wie erstaunt und berührt ich war, dass all diese traumatisierten Menschen mit uns malten. Sie malten teilweise wie früher ihre Heimat ausgesehen hatte, aber auch die Bombardements oder die Fluchtszenen – es war so berührend ihren Eifer zu erleben und ihren Bedarf zu erzählen, was sie erlebt hatten oder wie schön ihre Erinnerungen an ihre Heimat waren."
Diese Arbeit ist unheimlich wichtig und wir setzten die Spendengelder u.a. für die Finanzierung der Materialien ein, als auch zur Finanzierung der Reisen um solche Aktivitäten durchführen zu können.

Gesprächseinheiten mit den traumatisierten Menschen:
Die meisten Flüchtlinge sind schwerst traumatisiert . Das Erlebte zu verarbeiten beginnt häufig damit, dass sie jemandem erzählen können, was sie erlebt haben und welches ihre persönliche Geschichte ist. Ein empathisches Ohr und aktives Zuhören sind Dinge, die diese Flüchtlinge lange nicht mehr erlebt haben. Am Anfang unserer Reise haben wir uns gewundert, wie schnell die Menschen uns ihre Geschichte erzählten, obwohl wir sie doch gar nicht kannten. Erst später wurde uns bewusst, welcher Druck dahinter steckt, diese Geschichten einmal jemandem zu erzählen, denn dort ist niemand der ihnen zuhören kann", erinnert sich Osman an seine Reise im Oktober 2013." Aber wem sollen sie auch ihr Leid erzählen – dem Nachbarn, der Gleiches erlebt hat und ebenfalls traumatisiert ist?" Umso wichtiger sind die Reisen, die wir in das Grenzgebiet machen um den Menschen dort ein Ohr für ihre persönliche Geschichte und ein bisschen Empathie zu schenken.

Unterstützen Sie unsere Arbeit und treten Sie gemeinsam mit uns für die syrischen Flüchtlinge vor Ort ein.

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Clowns für Syrien

In Kooperation mit der deutschen Organisation "Clowns ohne Grenzen e.V." war es uns ein besonderes Anliegen, den syrischen Kindern in dem Flüchtlingslager in Nordsyrien etwas Freude und Leichtigkeit zu schenken.

Überzeugt von dem Motto der Clowns „Lachen ist die beste Medizin" brachen wir das erste Mal im Mai und Oktober 2013 zusammen mit den Clowns ohne Grenzen in Richtung der syrischen Flüchtlingslager auf.

Im Rahmen ihrer Auftritte weckten die Clowns emotionale Gefühle, schafften positive Erinnerungen und zeigten durch ihre Anwesenheit, dass die syrischen Menschen für sie etwas Besonderes sind und sie ihnen begegnen wollten und nur für sie spielten. „Lachen ist die beste Medizin". Dies gilt unserer Erfahrung nach auch für von Krieg und Gewalt traumatisierte Kinder, Jugendliche und ihre Eltern bzw. Betreuungspersonen. Ziel ist es den Kindern Leichtigkeit, Lebendigkeit und Lebensfreude zu geben – einen Augenblick den trostlosen Lageralltag verlassen zu können und etwas Hoffnung zu geben.

Wie wichtig solche positiven Emotionen sind, zeigte die Reaktion einiger älterer Lagerbewohner, die zu einem unserer Barada-Begleiter sagten: "Essen und Trinken ist wichtig. Aber das hier ist das Beste, was wir hier je gesehen haben. Seit wir hier im Camp sind, haben wir unsere Kinder noch nie so lachen und so unbeschwert gesehen!"

Auf den zwei Reisen der Clowns an die syrisch-türkische Grenze wurden für mehrere tausend Flüchtlingskinder, sowohl auf syrischer Seite, als auch in Reyhanli auf der türkischen Seite, Vorstellungen gegeben.


Auch 2014 und 2015 waren wir wie bereits 2013 die Clowns wieder  gemeinsam mit uns in Reyhanli an der türkisch-syrischen Grenze unterwegs. Dort konnten wir Auftritte in Schulen für syrische Flüchtlingskinder, in Flüchtlingslagern, in Rehakliniken oder Waisenhäuser organisieren. Gemeinsam mit den Clowns freuen wir uns jedes Mal unglaublich über viele freudige und begeisterte Augen syrischer Kinder und unvergessliche, lebendige Momente der Freude.  

Damit wir weitere Reisen der Clowns nach Syrien unterstützen können, freuen wir uns über jede Spende.

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